Ein unerwarteter Rückschlag
Jahre vergingen, und mit 18 Jahren ging mein Orthopäde in den Ruhestand.
Was ich damals nicht ahnte, war, dass mit ihm auch meine Röntgenbilder verloren gingen. Ein kleines Detail, das später noch eine große Rolle spielen sollte.
Mit 23 Jahren ereignete sich ein Unfall, der nicht nur mein Knie verletzte, sondern auch eine entscheidende Wende in meiner Geschichte einleitete. Als ich das Knie meinem Arzt zeigen wollte, bestand meine Mutter darauf, dass ich auch meinen Rücken untersuchen lassen sollte. "Es ist schon eine Weile her", sagte sie, und ich spürte, wie die alten Ängste wieder in mir aufstiegen.
Als mein neuer Orthopäde die aktuellen Röntgenbilder meines Rückens sah, war er schockiert. Was einst als "nicht schlimm" abgetan wurde, hatte sich dramatisch verschlechtert: Oben eine Krümmung von 57 Grad, unten 35 Grad. Eine erschütternde Diagnose. Die Grenze, ab der eine Operation empfohlen wird, liegt bei 45 Grad. Ich hatte sie weit überschritten. Ich weiss nicht ob sich die Skoliose mit einem Korsett nicht weniger verschlimmert hätte, aber bin fest überzeugt, dass sie mit 14 Jahre bereits schon stärker war.
Da die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass sich die Skoliose weiter verschlechtern würde, entschied ich mich schweren Herzens für die Operation. Ich wusste, dass dieser Eingriff unumgänglich war, um meine Lebensqualität langfristig zu erhalten. Doch das bedeutete auch das Ende meiner Karriere als Geräteturnerin.
